Ein feiner, weißer Nebel aus Mehlstaub erfüllt die Kirche. Neben dem Eingang wird der Holzofen aufgeheizt, Kinder kneten Teig und formen Fladenbrote. Die Familienkathedrale in Queichhambach ist in der Adventszeit zur „Weihnachtbäckerei“ geworden. Dabei haben etwa 25 Kinder und Jugendliche die Weihnachtsgeschichte mit allen Sinnen erlebt – und an Heiligabend Kostproben serviert.
Wie schmeckt Weihnachten? Um diese Frage ging es bei den „Proben“ in der Familienkathedrale in Queichhambach, bei denen reichlich probiert, gekocht und gebacken wurde: Mit handgemachten Plätzchen, Sesam-Mandel-Krokant, Bratapfel, Lebkuchen und Fladenbrot sind etwa 25 Kinder und Jugendliche dem Geheimnis von Weihnachten nähergekommen.



Fotos: Mendling
Viele dieser Rezepte stammen aus biblischer Zeit – und wurden wie damals zubereitet: Das Getreide wurde mit einer Stein-Mühle per Hand gemahlen, der Ofen wurde mit Holz befeuert – und die Zutaten für den Sesam-Mandel-Energieriegel haben die drei Könige aus dem fernen Osten mitgebracht. Auch der Bratapfel im Glas, eine Mischung aus Äpfeln, Zimt und gehackten Mandeln, ist ein altes Rezept, das Juden bis heute an die Befreiung aus Ägypten erinnert (Charosset).
Da Jesus und seine Familie Juden waren, spielen die traditionellen jüdischen Speisen beim köstlichen Krippenspiel eine zentrale Rolle. Darum beginnt die Weihnachtsgeschichte, die die Kinder in der Familienkathedrale präsentieren, mit dem Schabbat, den Maria und Josef feiern, bevor sie nach Betlehem aufbrechen, während die Schabbat-Engel Brot backen für die Reise. Das Krippenspiel ist eng mit den biblischen Texten und Traditionen verwoben. Das Essen und Trinken verbinden uns dabei mit den Menschen von damals, die Weihnachten hautnah erlebt haben – ohne zu wissen, was „Weihnachten“ eigentlich ist.
„Ich hab’s doch gleich gewusst: Weihnachten ist etwas zum Essen!“, fasst Josef am Ende das Erlebte zusammen. Denn während durch Maria, die Hirten, Engel und ihn die Geschichte lebendig wird, stehen an drei Orten in der Kirche Kinder bereit, die zur Geschichte die passenden Speisen und Getränke servieren. Gut 250 Besucherinnen und Besucher lassen sich an diesem Abend die Weihnachtsgeschichte auf der Zunge zergehen.
Um dies möglich zu machen, haben Eltern kräftig unterstützt. Höhepunkt war die „Generalprobe“ in Offenbach: Rebmann’s Bistro, das das Essen für Kitas und Schulen in Landau und Umgebung kocht, hat uns die Großküche für zwei Stunden zur Verfügung gestellt. Die kleinen Köche haben dort fünf Gänge á 300 Portionen gezaubert – unter Anleitung von Profi-Koch Thomas Held.
Übrigens: Alle, die an Heiligabend mitgefeiert haben, haben mit dem Liederheft auch alle Rezepte bekommen – zum Nachkochen und zuhause Genießen. Wer also auf den Geschmack gekommen ist, kann so dem Geheimnis von Weihnachten das ganze Jahr nahe sein. Und für 2026 gibt es auch schon Ideen für ein Krippenspiel, das wieder ganz anders wird. Dann wird es „handwerklich“ in der Familienkathedrale. Doch mehr wird noch nicht verraten…

